Berichte von François, Bewohner

Rapport: Bonifatius-Route

 Teil 1

Als Martha, unsere Köchin im Haus, mich fragte, ob ich auch diesen Pilgermarsch von Frankfurt nach Fulda mitmachen wollte, habe ich mir gedacht: „An einer Reise mit einer Gruppe mach ich sowieso gern mit.“ Und wenn ich sehe, wie schwierig und unsicher unsere Zeit manchmal ist, wie schnell wir im Gespräch mit anderen in Streit kommen und wie frustrierend die Tatsche sein kann, dass unser Bemühen für gute Beziehungen zu wenig Erfolg führt, so denke ich , dass diese Pilgerfahrt sicher aufbauend sein könnte und meiner Seele gut tun wird. Also sagte ich zu.

Während der Woche vor dem Abfahrtstag am 21. Mai bereitete ich meine Sachen, Kleider, Toilettenzeug und Marschschuhe vor. Als Sandra an diesem Morgen an meine Tür klopfte, war ich fix und bereit und voller Erwartung für das Unternehmen.

Wir nahmen beide das Tram bis zum HB, trafen dort auf Massimo und Norbert, die schon am Treffpunkt warteten. Wir nahmen unser letztes hiesiges Kaffee in der Bahnhofhalle. Sandra schenkte mir eins, das ich gerne annahm.

Dazu kamen dann die Anderen: Christine (Sandra‘s Freundin), Rico und Annemarie, die ich beide vom Gospelchor her kannte, Thomas und unser Pfarrer vom St. Josef, Hannes Kappeler, der die ganze Reise organisierte und uns als Seelsorger freundlich und fürsorglich zu Seite stand. Schliesslich war es so weit: wir luden unseren Rucksack auf die Schulter und marschierten los, Richtung Zug nach Frankfurt.

In Frankfurt erlebten wir unseren ersten Stress, als wir durch die BHF-Hallen hasteten um unser Bus nach Bonames zu finden.

Einige probierten ein Sandwich am Imbissstand zu nehmen und dabei der imposanten Menschenmenge zuzuschauen, die vorbeieilte.

In Bonames setzten wir uns auf den Stufen eines Schulgebäudes und hörten den ersten Anweisungen von Massimo zu. Das war der Impuls, d.h. die Lesung aus unserem „Te Deum“ unserem Gebetsbüchlein, das wir alle dabei hatten. Massimo kannten wir alle seit längerer Zeit, denn er ist aktiv in der Pfarrei und dem Haus Zueflucht und hat öfters für uns schöne Schilderungen und Erklärungen aus der Bibel und dem Leben Heiliger vorgetragen. Für mich ist er immer ein willkommener Weggefährte. Also ging der Marsch los.

Die ersten 12km waren nicht allzu mühsam. Wir fanden unser erstes Hotel in Klein-Karben auf und hatten unser erstes Abendessen. Der grosse Teller war randvoll und so sollten wir jeden Abend wieder reichlich bedient werden.

Am nächsten Tag waren wir immer noch munter, ich wurde jedoch Ende nachmittags ein Bisschen müde. Auch Sandra und Thomas hatten genug und wir gingen die letzten 3km nach Altenstadt mit dem Taxi. Wir waren trotzdem zufrieden mit uns, denn wir hatten unser Pensum, - volle 20km-, absolviert.

Wir fanden ein schönes Hotel, ein älteres Haus, gut gepflegt mit einem gemütlichen Hof, wo uns ein netter Wirt empfing. Als ich ihm sagte, dass ich ein Fribourger bin, sagte er mir er war selber eine Zeitlang im Kanton Freiburg im Sensegebiet und fragte mich, ob ich nicht etwas Käse für ihn dabei hatte. Leider konnte ich ihm diesen Wunsch nicht erfüllen.

Am Morgen, wieder wohlauf, ging ich vor dem Frühstück in eine nahe Apotheke, Verbandzeug holen und nahm mir einen Kaffee in der Konditorei gegenüber. Ein Kaffee ist immer ein guter Tagesanfang, wenn man sich die Zeit nimmt, sich auf den Tag vorzubereiten.

Der Marsch fing durch einen grossen Wald mit schöner Natur an. Das war so erfrischend, dass wir gar keine Mühe hatten, zu laufe. Gegen Nachmittag jedoch fingen mir die Schuhe an wehzutun und ich bekam Blasen. Es waren normale Hohe Schuhe, nicht zum Wandern geeignet und das hatte ich nicht vorgesehen. Ich ging noch so etwa anderthalb Stunden, dann konnte ich nicht mehr. Wie durch ein Wunder trafen wir auf der Route den Chef unseres letzten Hotels, der unserer Rucksäcke, nach vorheriger Abmachung, zu unserem nächsten Reiseziel brachte. Ich konnte dann mit ihm in seinem Auto fahren. So konnte ich nicht mich im Hotel Ortenberg ausruhen, bevor die Anderen ankamen und mich Sandra, dank ihrer Sani-Kenntnissen, richtig verarzten konnte.

Ich war natürlich enttäuscht, dass ich nicht mitmarschieren konnte, denn das war ja die richtig schöne Seite dieser Reise. Mit meinen Kollegen/Innen das schöne Land zu Fuss zu entdecken und auch dabei zu meditieren, was man bei einer Pilgerfahrt auch tun sollte. Auch hier konnte ich mit dem Hoteldirektor bis nach Hirzenhein fahren. Ich konnte für ein paar Tage nicht mehr zu Fuss gehen, aber ich fand immer eine Mitfahrtgelegenheit und mit der Unterstützung der Anderen, insbesondere von Hannes, konnte ich diese Reise allgemein in der Gruppe beenden.

In Hirzenhain logierten wir in einem Massenlager. Es war ein Betrieb, eine Metzgerei, mit Hotel, wo wir vom gemässigten Preisen profitierten. Einige waren durch den speziellen Fleischgeruch etwas gestört, doch die Zimmer waren komfortabel. Was solls? Unannehmlichkeiten gibts immer irgendwann unterwegs.

Frühmorgens hatten wir den Gottesdienst von Hannes Kappeler zelebriert. Er ist nicht nur unser Seelsorger, er ist auch derjenige, der die Reise organisiert und alles gut im Griff hat. Zum Glück, so ist die Sicherheit und das Gelingen der Fahrt für uns alle garantiert. Sandra sagte mir am Vorabend, dass sie auch mit mir heute fahren würde, denn sie war ein Bisschen müde. Ich war froh, Gesellschaft dabei zu haben und wir waren immer und bleiben auch, gute Freunde.

Wir gingen vorerst noch in ein Edeka-Laden gegenüber der Strasse, wo ich eine Zeitung kaufen konnte. Denn das vermisste ich eigentlich auf der Reise. Gegen 10:00 Uhr gings dann wieder mit dem Auto bis zum Hoherodskopf, unserer nächsten Etappe.

 

Teil 2

 

Nach einer angenehmen Strecke durch ruhige Ortschaften mit schönen, gut gepflegten, alten Wohnhäusern, die uns von vergangenen Zeiten zu beobachten schienen, und nach einer rassigen Auffahrt den grünen Hügel hinauf, liess uns unser Fahrer beim Berghotel aussteigen.

Das Hotel war von mehreren Gebäuden umgeben, unter anderem ein Kiosk, ein Laden, und auch ein Abenteuerpark. Das Gebäude war in rustischem Stil gebaut. Der Esssaal war charaktervoll und einladend, und erinnerte uns an das feine Essen, das wir dort Abends einnehmen würden.

Nachdem Sandra und ich unsere Rucksäcke im reservierten Raum deponiert, und unsere eigenen Zimmer besetzt hatten, ruhte ich mich ein wenig aus, und unternahm noch vor dem essen einen kleinen Marsch, um mir schliesslich beim Kiosk ein Bier zu genehmigen.

Da Sass ich nun, auf diesem ruhigen Hügel, am hölzernen Tisch, mit der Sicht auf die hessische Landschaft – wunderschön, mit grasigen Auhöhen, und einzelnen Wäldern besetzt, und genoss die Ruhe, die mir vom Ausblick der Natur inspiriert wurde. Ich dachte an den anspruchsvollen Marsch, der jedoch von vielen schönen Entdeckungen begleitet war, und den ich mit netten MitläuferInnen verbracht hatte.

Ich fühlte mich wohl, war glücklich dabei zu sein, und war entschlossen, diese Erfahrungen weiter zu erleben, zusammen und in friedlicher Harmonie mit meinen Reisegefährten!

Als wir das Abendessen angefangen hatten – wie immer reichlich bedient – sah ich unseren Pfarrer Hannes aufschauen und sagen: „Ja, da ist ja Vera, die ankommt. Salü Vera!“ Sie konnte nicht vorher mit uns fahren und hat uns daher beim Hoherods-Kopf aufgefunden, und blieb dann bei uns, bis ans Ende der Reise. Ich kannte sie noch nicht, aber wir wurden bald auch gute Freunde. Vera ist die Tochter von Annemarie. Sie ist Lehrerin und hatte bis jetzt noch Schulklassen. Sie ist bis hierher gereist, um mit uns marschieren zu können.

Am nächsten Tag, Donnerstag am Morgen, marschierten alle los, ausser Christine, die zusammen mit mir das Taxi nehmen wollte, denn sie hatte eine kleine Verletzung am Fuss. Wir warteten auf unseren Chauffeur, der uns nach Blankenen bringen sollte. Die Rucksäcke, über die wir wachen mussten, waren alle bereit im Lokal. Erste Überraschung: Das Klein-Taxi, das wir bestellt hatten, entpuppte sich als ein grösserer Mini-Bus, der uns einen Zuschlag von 20.- Euro kosten sollte! Da hatte der Unternehmer davon profitiert, dass wir Gepäck dabei hatten. Diese schlauen Tricks waren mir allzu bekannt, da ich 25 Jahre lang in Zürich als Taxifahrer gearbeitet habe.

Nun wir kamen – wir und unser Gepäck – bei unserer Nachtstätte an. Es war ein Pilgerheim, eine frühere Schule, wo die Wohnbedingungen etwas hart waren. Das heisst, der nötige Komfort, die Schlaf-, Wasch- und Frühstücksmöglichkeiten waren da, aber Einige mussten auf Feldbetten schlafen. Die Nacht war etwas kalt, so dass ich mir meine Baumwollweste anziehen musste. Das nahm ich mit einem Lächeln, da ich auf meinen Reisen, in meiner abenteuerlichen Jugend, schon härtere Bedingungen vorfand.

Doch dieser Halt sollte einer der freundlichsten werden. Die Haushälterin empfing uns herzlich und wies uns darauf hin, dass eine Festveranstaltung im Dorf stattfand, wo wir Kuchen und Kaffee finden würden. Wir schauten uns auch die traditionelle Prozession, den Marsch an dem die Dorfbewohner für die Auffahrt teilnahmen, an. Das erinnerte uns Katholiken an die Bräuche, die wir auch von früher kannten, die wir aber im hektischen Stadtleben ein Bisschen vergessen hatten.

Christine informierte mich, dass sie Verwandte in der Nähe hatte, die sie von früher her kannte. Sie würde sie anrufen und vielleicht den Nachmittag mit ihnen verbringen. Als sie schliesslich bei uns eintrafen, begrüsste Christine sie freudig und unterhielt sich eine Weile mit ihnen. Dann entschieden sie sich zum Dorffest zu gehen und ich wurde auch eingeladen. Umso besser, es macht ja mehr Spass etwas mit Anderen zu erleben, als alleine.

Die Frau unterhielt sich mit Christine, da konnte ich mit ihrem Ehemann ein paar Worte wechseln, Er schilderte mir, wie sie ihr Haus renoviert hatten. Er kannte sich mit Baustil und Architektur aus, es war eine Art Hobby für ihn. Es gab Anlass zu einer geselligen Diskussion, von Kuchen und Kaffee begleitet. Es gab uns eine interessante Einsicht ins deutsche Alltagsleben.

Wir gingen zurück ins Heim, wobei wir durch den schönen Platz liefen und das ältere Aussehen der Kirche, der paar Häuser und unserem Pilgerheim bewunderten. Bald trafen auch unsere Reisegefährten ein, die mutig jeden Tag ihre Wanderung hinter sich brachten. Ich bereute es, nicht mehr dabei zu sein, doch hatte ich für Anderes so auch mehr Zeit. Ich konnte mich so länger mit Christine unterhalten. Obwohl wir über Einiges verschiedene Meinungen haben – sie ist mehr ländlich, ich mehr städtisch eingestellt – wurden wir sehr gute Freunde.

Am Abend ging’s dann wieder zum Dorffest zurück. Wir durften Kuchen essen, da wollten wir auch beim Nachtessen, bei Musik und fröhlicher Stimmung dabei sein. Es gab wie immer Würstchen, guten Salat und Kartoffeln dazu. Ich nahm mir ein Glas Bier – oder war es Apfelmost -, ich weiss nicht mehr. Ist auch egal, schliesslich sind wir nicht fürs Trinken hier, aber viel mehr für die Stimmung, und das Beisammensein. Was bei einer Pilgerfahrt wichtig ist, ist die soziale Erfahrung, aber nicht zuletzt auch die Gedanken über unseren Glauben. Aber über diesen Aspekt werde ich später noch berichten.

 

 

Teil 3

Jetzt hatten wir schon sechs Tage in der schönen hessischen Landschaft verbracht, so ging’s heute zurück zum städtischen Leben: nach Fulda, das Ziel unserer Pilgerfahrt. Christine und ich, packten die Rucksäcke unserer Mitreisenden in den Wagen der Haushälterin, die uns nach Fulda mitnahm. Dort hielten wir vor dem Hotel Wenzel an, nahmen unser Gepäck aus dem Wagen, verabschiedeten uns von unserer hilfsbereiten Wirtin, und brachten alles zur Reception hinauf, um uns anzumelden.

Wir merkten, dass wir zurück ins schnelle Stadtleben kamen. Der Empfang war nicht so freundlich, aber eher sachlich und professionell, und wir erinnerten uns ein Bisschen wehmütig an die ländliche Idylle hinter uns. Als wir uns eingerichtet hatten, gingen Christine und ich ins nahe Einkaufszentrum. Sie wollte Schuhe für sich kaufen, und ich Verbandszeug in der Apotheke.

Einkaufen ist meistens eine Routine-Sache und selten etwas Aufregendes, Trotzdem war ich beeindruckt von der Grösse des Zentrums, das mir mehr wie eine Flughafenhallte als ein grösserer Supermarkt vorkam. Ich musste ca. 300m bis ins nächste WC laufen und verlor mich fast beim Zurückkommen. In Deutschland sind die Dimensionen, auch im Alltagsleben, eben grösser als in der Schweiz.

Wir beide trafen uns wieder beim Café und unterhielten uns gemütlich bei einem Drink. Ich kannte Christine schon gut, aber hatte bisher wenig Zeit mit ihr zu reden. Wir unterhielten uns über Freundschaft und Musik, über persönliche Erfahrungen und Ideen, und wir wurden sehr gute Freunde, Da unser Leben heutzutage sehr individualistisch geworden ist, schätzte ich, dass wir unsere persönliche Beziehung etwas ausbauen konnten.

Am Abend assen wir, die ganze Gruppe, im Restaurant „Schwarzer Hahn“. Alles was ich nahm, war ein gemischter Salat, denn ich hatte die letzten Tage so üppig gegessen, ich konnte nicht mehr!

Der nächste Tag galt schliesslich dem Besuch des Doms, wo Bonifatius, ehemaliger Bischof und Missionar, begraben liegt. Nach 15 min. Marsch, kamen wir schliesslich zum grossen Platz vor der Kirche und konnten das imposante Gebäude bestaunen. Massimo versammelte uns an einem ruhigen Ort, abseits von der Besucherschar und sprach uns seinen letzten Vortrag mit uns vor. Wenn Massimo mit uns spricht, höre ich immer mit offenen Ohren und offenem Geist zu. Egal über was er spricht, über die Bibel oder über einen Heiligen, er beeindruckt uns immer durch seine religiöse Erfahrung und durch seine kommunikative Weise, uns seine Erkenntnisse zu übermitteln. Bevor wir schliesslich uns zum Inneren des Doms aufmachten, um im stillen den geistigen Reichtum der heiligen Städte zu erleben, lobte und dankte Pfarrer Kappel Massimo von Herzen für seinen – für uns sehr wertvollen – Einsatz.

Was mich beim Besuch beeindruckte, war weniger die Grösse und der Stil der ganzen Städte, als die Tatsache, dass man damals mit wenigen Mitteln so etwas Schönes in Gottes Ehren aufbauen konnte. Das zeigte mir wieder, dass der Glaube Berge versetzen kann.

Am Sonntag trafen wir uns alle wieder für unser letztes gemeinsames Frühstück. Es war der übliche Brunch im Hotel, der Kaffee von der Maschine, Espresso, Milchkaffee, was auch immer, Auswahl zwischen Weiss- und Kornbrot, Aufschnitt, Schinken, oder Cornflakes mit Milch, wir alle kennen das ja, von unseren Hotel-Aufenthalten. Wir unterhielten uns über unsere eigenen Beziehungen und Erfahrungen, erzählten Lustiges über gemeinsame Bekanntschaften. Ich finde es toll, dass wir auch im modernen Komfort Zeit für solchen freundschaftlichen Austausch hatten. So bleibt die Reiselust erhalten, und vorallem auch die Freundschaft, die uns dabei verband. Die Aufbruchsstimmung war da, als wir uns zum Zug aufmachten.

Wir mussten in Mannheim umsteigen, um den Zug nach Zürich zu nehmen. Auf dem Bahnsteig wurde es etwas unruhig in der Gruppe, da wir nicht genau wussten, wo sich der für uns reservierte Wagen befand. „Wo ist denn der Wagen sechs? Hier! Nein! Auf dieser Seite!“ hörte man. Ich machte mir keine Gedanken. Mein Gefühl sagte mir, dass alles gut klappen würde und so nahm ich es gelassen, und fügte mich dem Geschehen. So fanden wir auch unser Abteil und den für jeden Fall reservierten Platz. Wir konnten uns bis zum Ende dieser Fahrt entspannen.

In Zürich Hauptbahnhof mussten wir letzten Endes von unseren GefährtInnen Abschied nehmen. Wehmut kommt immer auf, nach einer so schönen Erfahrung zusammen. Die Erinnerung bleibt, und auch die Erwartung, auf die nächste Erfahrung, die uns so viel bringt.

Mit Sandra und Christine, fuhr ich mit dem Tram bis Limmatplatz, und Quellenstrasse. Ich sah die mir bekannten Strassen und Gebäude vorübergleiten. Der Alltag hatte mich wieder! Vor der Kirche St. Josef nahm ich Abschied von meinen zwei Gefährtinnen. Nach einer etwas traurigen Umarmung, ging ich auf das Haus an der Fabrikstrasse zu, dem Ort, der meine Bleibe ist, Alles kam mir so gewöhnlich vor. Ich musst es mir eingestehen: Die Reise und deren aufregende Stimmung war vorüber! Ich war jedoch um eine aufbauende Erfahrung reicher und von neuen Freundschaften, die mir viel bedeuten, beseelt.

 

Es bleibt mir jetzt nur noch denen Danke zu sagen, die ihre Freundschaft und Hilfe, in dieser Reise gebracht haben.

Danke an Hannes Kappeler, für seine Organisation und seinen Beistand, die aus unserer Pilgerreise einen Erfolg machte.

Danke an Massimo, für seine Ansprachen, die uns auf der ganzen Route so schön aufstellten.

Danke an Sandra, für ihre Hilfe und ihre ärztliche Versorgung, auf die ich nicht verzichten konnte.

Danke an Christine, für das schöne Beisammensein.

Danke an alle Teilnehmenden, für ihre Freundschaft.

 

Danke Gott, für diese bereichernden Momente, die wir im Glauben und in wahrer Liebe von ihm geschenkt bekamen, und deren Erinnerung uns für immer begleiten werden.

 

 

François

 

Imkerei im Haus Zueflucht

 Jeden letzten Samstag im Monat gehen wir, Carmen, Eljahu und Francois nach Oberhelfenschwil im Toggenburg zum Imkerkurs. Manchmal geht’s mit dem Zug, manchmal mit dem Haus-Bus. Beim ersten und zweiten Mal fuhr Carmen den Bus hin und zurück. Eljahu war nicht dabei. Ich habe auch den Führerschein, doch da sie sehr gut und gerne fährt, konnte ich die Fahrt geniessen und ab und zu den Wegauskundschafter spielen.
Mit etwas Glück –wir gerieten in eine Umleitung- kamen wir pünktlich um 13:30 Uhr an. Köbi empfing uns freundlich vor seinem Haus und stellte sich mit Vornamen vor, da beim Kurs alle per Du sind. Ich dachte mir: „Super! Es scheint, dass die Stimmung hier locker ist!“ Tatsächlich zeigte sich Köbi immer entspannt und doch sehr kompetent, so konnte eine gute Partnerschaft zwischen den Teilnehmern und dem Kursleiter entstehen. Er präsentierte uns das Gewerbe, das allgemein nicht so bekannt ist, und machte uns mit den Grundsätzen vertraut wie Bienenkenntnis, Pflege, Standortauswahl usw.
Nach einer Pause, von einem guten Kaffee oder Espresso begleitet gingen wir ins Thema ein und lernten die Aktivitäten der Bienen kennen, die spezialisiert sind: die Königin fürs Eierlegen, die Drohnen dienen zur Befruchtung der Königin und die Arbeiterinnen zum Wabenbau, zur Pollenaufnahme und zur Fütterung. Das Thema scheint endlos zu sein, die Bienen passen sich dem Wetter und zum Beispiel der Weide die vorhanden ist an. Das Volk mit Brut und Futtervorrat sorgt immer für Veränderungen die man bei der Arbeit in Kauf nehmen muss.
Das Haus Zueflucht besitzt ihre eigenen Bienenstandplätze, so haben die Bewohner die Möglichkeit, einer interessanten Aktivität nachzugehen. Nachdem Beno und Marcel, unsere erfahrensten Imker, im April eine erste Kontrolle durchführten gingen wir, Beno, Carmen Eljahu, Andy, Steffi und ich selber, Francois, mit dem Bus nach Eschlikon zu unseren Bienen und verbrachten dort ein paar Stunden am Imkereistand. Es ist nicht so einfach die Waben zu kontrollieren und einzuschätzen ob genug Brut vorhanden ist, die Schwarmzellen zu entfernen, sich zu vergewissern ob die Königin noch da ist und bei Bedarf neue Brutwaben hineinzustellen. Wir werden auch gestochen, aber wir lernen immer ein bisschen mehr über diese schöne Aktivität. Darum machen wir auch gerne mit.
Letzte Woche waren wir, Carmen, Beno und ich wieder in Eschlikon und konnten uns, nach einer wärmeren Wetterperiode, gründlich mit den Bienen befassen. Nach einem regnerischen Jahresanfang sah es nun besser aus. Die Völker waren sehr aktiv. Es hatte sich sogar ein Schwarm gebildet, der sich an einem Baumast eingehängt hatte und der wieder versorgt werden musste. Obwohl gewisse Brutwaben schlecht besetzt waren und ersetzt werden mussten, war doch Honig vorhanden. So hoffen wir jetzt auf einen lohnenden Ertrag.
So fuhren wir mit dem Bus von einem Standort an den anderen, die in der Gegend verstreut sind. Wir verbrachten einen guten Teil der Zeit mit fahren und umherwandern und lernten so die Geografie der Gegend kennen. Ich glaube, ich hatte weniger Mühe mit dem Lernen der Ortskenntnis als mit der Imkerei. Auf jeden Fall war es ein gut besetzter und lehrreicher Tag.
Francois

Fussballtraining vom 23. März 2016

Wie verabredet, klopfte Dimitri (Praktikant im Haus Zueflucht) um 9.00 Uhr bei mir an der Türe. Ich war motiviert und ungeduldig, nach einer langen Zeit ohne Sport, endlich wieder anzufangen, mich körperlich zu betätigen. Darum sagte ich: „Gehen wir“.

Wir marschierten die Fabrikstrasse entlang Richtung Röntgenplatz und unterhielten uns dabei über Sport, da wir beide sportbegeistert sind. Ich selbst habe als Jüngling viel Sport praktiziert und hatte deswegen viel zu erzählen.

Ich fing mit 15 Jahren im Gymnasium an, regelmässig im Leichtathletikclub zu trainieren. Das Sporttreiben war für mich jeweils eine persönliche Befriedigung und sorgte dafür, dass ich immer physisch und ausdauermässig in einer guten Verfassung blieb. Vier Jahre später, als Austauschstudent in einer High School in den Staaten, durfte ich gar bei den Trainings einer American Football Mannschaft teilnehmen. Ich hatte danach zwar immer noch keine grosse Ahnung von „Football“, jedoch hat mich die Sportart viel Geschicklichkeit gelehrt. In dieser Zeit war ich motiviert „as ever“.
Dimitri spielt schon sehr lange Fussball und ist Trainer eines Juniorinnenteams im Bühler. Ich begrüsse dies persönlich, da es im Sport nicht nur Athleten, sondern auch Trainer und Vereinsfunktionäre braucht. Diesen Freiwilligen gebührt unter anderem auch meine Anerkennung, da sie Verantwortung übernehmen und gesellschaftliches Engagement zeigen.

Auf der Josefswiese starteten wir mit dem Aufwärmen. Wir joggten eine Runde um den Platz und spielten uns dabei den Ball zu. Dann ging es weiter mit kleinen Übungen. Dabei ging es hauptsächlich um das Passspiel.
Ich war erfreut zu bemerken, dass ich noch sehr fit bin. Auch technisch hatte ich nur wenig Mühe mit dem Passspiel und der Präzision. Mein Freund und Trainer war erfreut zu sehen, dass mir diese Übungen Spass machten und dabei auch etwas lernte. Ich lernte beispielsweise, den Ball präzise dem Mitspieler zuzuspielen und ihn  dabei mit dem Innenrist abzugeben. Darum geht es ja: Etwas dabei zu lernen, sich richtig Mühe zu geben und auch Spass zu haben.
Nach etwa einer Stunde hörten wir auf und begaben uns auf den Heimweg.

Dimitri und ich hoffen beide, dass wir noch weitere Leute für das Fussballspielen motivieren können. Denn je mehr dabei sind, desto mehr Spass macht es. Wir sind uns auch beide einig, dass solch eine Sportstunde für jeden Teilnehmer eine persönliche Befriedigung bedeuten würde. Es könnte vielen helfen, mit persönlichen Probleme gelassener umzugehen und mit Selbstvertrauen in die Zukunft zu blicken.

Wir müssen nur die Möglichkeiten dazu finden und sie auch nützen.

Abschiedsfeier für eine Mitarbeiterin am 28. Januar 16

Letzten Donnerstag hatten wir einen Kegelabend bei der Pfarrei St. Josef, mit den üblichen Getränken und Snacks, mit Stimmung und Spass. Wir nahmen Abschied von unserer Mitarbeiterin Nuria, welche 6 Monate im Team vom Haus Zueflucht dabei war. Diese Abende sind meist populär und gut besucht, jedoch ist immer eine traurige Note dabei, weil wir von jemandem Abschied nehmen müssen, mit wem wir engen und freundlichen Kontakt hatten.

Ich hatte mehrere Aktivitäten mit Nuria, wie Surprise- Kaffee vorbereiten, oder Rapporte schreiben, über Abende und Ausflüge, die sie dann in den Computer hinein tippte. Daher wollte ich ihr auch Adieu sagen.

Massimo, ein guter Freund des Hauses kam auch, um mit uns den Abend zu verbringen und das Kegelspiel zu organisieren. Jeder musste versuchen, mehr Punkte zu spielen, als der Vorherige der Spielte. Wenn er oder sie weniger spielte, zeichnete Massimo einen Strich auf die Tafel, unter unseren Namen, einen Strich nach dem anderen, je nach Spielzug. Diese Striche stellten dann am Schluss einen Sarg dar, dass bedeutete das Ende für den, oder die Spielerin. Das mag makaber klingen, ist aber beim Spielen recht lustig. Weniger natürlich, für den oder diejenige, die am ersten so begraben wurde. Gewinner/in war, wer am Schluss blieb.

Ich arbeitete immer gerne mit Nuria. Am Anfang half ich ihr ein bisschen herum, da sie mir einen etwas unerfahrenen Eindruck machte. Jedoch nicht lange. Sie setzte sich bald durch, dank ihrer Motivation, ihr Interesse an sozialer Arbeit und ihrer spontanen Art. Dafür wird sie uns in Erinnerung bleiben.

Liebe Grüsse

François

Grillparty in Wagenhausen

Thomas hat uns zu einer Grillparty zu sich in Wagenhausen eingeladen. Thomas L. hat bei uns im Haus gearbeitet, hat für uns das Mittagessen gekocht und hat sonst im Haus einige Arbeiten verrichtet, wie zum Beispiel Reparaturen, Warentransport usw. Er ist ein umgänglicher, freundlicher Typ und war allgemein beliebt, obwohl eher ruhig und diskret.

Wir fuhren am Freitagmorgen von hier fort mit Sandra am Steuer, Luca, Andi, Steffi, Elijahu, Melitta, François und Deborah. Gut gelaunt wie wir waren, war auch das Gespräch lebhaft und die Landschaft im Nachbarkanton schön zu sehen, mit eleganten Wohnhäusern und Höfen.

Als wir den Hinterhof beim Haus betraten, wurden wir vom ländlichen Flair des Ortes überrascht, denn das ist es, was man in der Stadt oftmals vermisst. Thomas erwartete uns vor der Kantine, wo der Tisch schon für uns bereit war, er begrüsste uns alle herzlich und wir wussten, dass wir alle willkommen waren. Das Wetter war kalt und feucht, so behielten wir unsere Jacken an und wärmten uns mit einem Gläschen Rosé-Wein und beim Darts-Spiel. Die meisten hatten wenig Übung bei dieser Art Sport, so spielten wir mehr aus Spass ohne grosse Ambition, allenfalls was mich betrifft. Luca erklärte uns das Punkte-System und wir machten Fortschritte. Das ist ja meistens so im Leben, man sieht sich vor einer schwierigen Aufgabe, zögert, überwindet sich irgendwann und schneidet schliesslich gut ab, um eine Erfahrung bereichert.

Die Grill-Spezialisten unter uns kümmerten sich um das Feuer, das Mais und die Gurken und die Aussicht auf einen guten Mittag erwärmte die Stimmung unter uns erheblich. Das Gespräch, das dann entstand, war freundlich und positiv, obwohl kein Thema speziell bevorzugt wurde. Ich gratulierte Luca noch für seine bestandene Autoprüfung und er schilderte mir lachend, wie er auf einen angenehmen Experten  gestossen war, was ihm beim Fahren half und ihm den Stress dabei vergessen liess. Zum Glück treffen wir auf jene Leute, die in dieser modernen und rasanten Welt, auch einmal Verständnis und uns, wie die guten Geister in Märchen den Weg zur Selbstverwirklichung zeigen.

Wir redeten über Mitarbeiter und ehemalige Bewohner bei uns, Leute die soziale Probleme hatten, diejenigen, die motiviert waren, diejenigen die sich eher gleichgültig zeigten, interessante Personen, alle mit eigenem Wesen und eigenen Problemen. Was man im Haus Zueflucht schätzt, ist, dass es Bewegung gibt, man redet miteinander, streitet und debattiert in einem Wort; es „läuft“ immer etwas. Man bleibt sich einander nicht fern, reagiert auf die Anderen und das hilft vielen bei der Verarbeitung ihrer persönlichen Probleme.

Die Diskussion verlängerte sich während der Heimfahrt, wobei Steffi mit ihren Scharfsinn und Elijahu mit seinem Humor, die Besten am Animieren waren. Wir waren froh über die Fahrt, über die Party, es war einfach schön dabei zu sein.

Liebe Grüsse

François

Trauerfeier für Roger Reller

Roger Reller war Präsident des Stiftungsrates für das Haus Zueflucht und die franziskanische Gassenarbeit. Er war bei der Gründung des Hauses dabei und hat sich viel für uns und die Institution eingesetzt. Wir, Bewohnende und Mitarbeitende, wollten ihm deshalb am vergangenen Freitag in Auenstein eine letzte Ehre erweisen.

Um 10:15 Uhr fuhren wir von hier weg. Sandra sass am Steuer des Kleinbusses; dabei waren Steffi, Andi, Deborah, Vittorio, Marcel, Martha und Christopher. Mit Benos Wagen fuhren: Luca am Steuer, Beno und Jeannine. Nach der Autobahnausfahrt bei Mägenwil verloren wir die Route; im Gewirr von Spuren und Kreisel. So mussten wir das GPS einschalten und auf die anderen hinter uns warten, um uns lotsen zu lassen. Schliesslich konnten wir bei Zeiten auf unserem reservierten Platz parkieren und uns zur reformierten Kirche begeben.

Bei der Trauerfeier hörten wir einer Rede von Beno zu, der Roger Reller sehr gut kannte. Er schilderte uns seinen Lebenslauf und sprach einige freundliche Worte aus, über seine Freundschaft und Erfahrung mit Roger. Wir hörten auch einem kleinen Streichensemble (Terzett) zu, das für diese Gelegenheit klassische Lieder spielte.

Nach der Beisetzung wurden alle zu einem gemeinsamen Essen mit Apero, Reis und Pasta, Weiss- und Rotwein und Mineralwasser eingeladen. Die Stimmung war natürlich seriös, aber nicht zeremoniell, sodass wir uns wohlfühlten. Die Leute vom Bekanntenkreis vom Verstorbenen, obwohl sich einige wohlhabende Personen dabei befanden, besetzten die stehenden Plätze auf dem Platz vor dem renovierten Schloss. Wir selber konnten an den Tischen auf der Seite sitzen, wo wir uns miteinander über Freundschaft, Lebenserfahrung und auch Geldangelegenheiten gemütlich unterhalten konnten.

Eine solche Zeremonie ist für niemanden eine leichte Erfahrung, denn sie bringt Trauer und auch schmerzvolle Gefühlte zum Ausdruck. Dennoch konnte ich sagen, als wir uns auf dem Heimweg nach Zürich befanden, dass ich froh war dabei gewesen zu sein.

Liebe Grüsse

François

Tag der offenen Tür vom 27. September

Einen Tag im Haus Zueflucht und in der St. Josef Kirche

Das Haus Zueflucht und die St. Josef Kirchgemeinde haben sich zusammen getan, um diesen vergangenen Sonntag den Tag der offenen Tür zu feiern.

Im Haus Zueflucht waren Auswärtige d.h. Bekannte, Freunde und Verwandte eingeladen die Etagen und Räumlichkeiten des Hauses, wie Küche, Esszimmer usw. zu besuchen und mit den Bewohnern und Mitarbeitern der franziskanischen Gassenarbeit zusammen einen gemütlichen Nachmittag zu verbringen. Es wurde, wie immer, Kuchen und Kaffee serviert. Sandra sagte zu mir am nächsten Tag, dass es schön war.

Da ich selber nicht den ganzen Tag anwesend war und bei der St. Josefs-Pfarrei aushalft, werde ich vom Gottesdienst um 10:00 Uhr (Tag der Kulturen) und dem anschliessenden gemeinsamen Essen berichten.

Die Messe war gut besucht und alle Gläubigen von diverser Herkunft (Schweiz, Kroatien, Ostafrika) konnten sich beteiligen. Der Chor sang auf Deutsch und Kroatisch mit Liedern der Gottesdienstordnung in beiden Sprachen und sehr schönen Gesängen aus Kroatien und der Schweiz in der Kirche. Der Besuch zum Gottesdienst ist wirklich eine Bereicherung, wenn alle Gläubigen so herzlich zuhören und mitmachen.

Jeder und jede war folglich zum multikulturellen Essen eingeladen. Das Buffet war von guter Qualität, freundlich bedient und die internationalen Gerichte (Raclette aus der Schweiz, Reis aus Sri Lanka, Gemüse und Fleisch aus Kroatien und Ostafrika) waren alle mit schmackhafter Sauce begleitet. Dem Ganzen war daher eine persönliche Note beschert. Die Stimmung zeugte von einer guten Vorbereitung und Organisation. Ich meine, dass der Erfolg zum grossen Teil unserem aktiven Pfarrer Hannes Kappeler zu verdanken ist, der hinter der Veranstaltung stand. Es war viel Betrieb an diesem Sonntagmorgen. Ich war beim Servieren der Getränke aktiv dabei. Das Essen war gratis, nicht aber Bier und Wein. Es war nicht ganz einfach die Bedienung reibungslos zu vollbringen, doch war es eine Herausforderung, die ich gerne auf mich nahm. Da immer eine Person mit Erfahrung dabei war, hat mir der Job viel Spass gemacht.

Etwa um 12:30 Uhr ging ich zum Bratwurststand, um unserer Freundin Melitta zu helfen und den deutschen Mitarbeiter Christopher abzulösen. Melitta ist für mich jedes Mal eine gute Gesprächspartnerin, da sie viele Leute von der Pfarrei und der Gegend kennt und einiges weiss darüber, was hier und da so läuft. Sie überrascht mich immer wieder, indem sie mich – mit gewissem Geschick – mit einer Bekanntschaft von ihr zusammen bringt und uns alle in ein Gespräch verwickelt, das ich als unendlich aber dennoch interessant empfinde. Diesmal hat sie mich einem Freund aus der Romandie vorgestellt und wir haben uns beide als Fribourger auf Französisch über die Basse-Ville in Fribourg (das Quartier jenseits der Saane) unterhalten.

Der ganze Tag war eine bereichernde Erfahrung in multikultureller Ambiance und ich kann allen Beteiligten, die mitgeholfen haben, nur sagen: Gut gemacht! Auf Französisch: Chapeau!

Liebe Grüsse

François

Ausflug auf die Schweibenalp – ans Bhakti-Festival 2015

Man hatte Beno gefragt, ob er einen Vortrag über seine Erfahrungen als Ordensbruder, Projektleiter für humanitäre Arbeit in afrikanischen Dörfern und religiöser Denker, am Bhakti Festival oberhalb von Brienz, halten möchte – Beno willigte ein.

Wir fuhren mit dem Bus um 7:30 Uhr am Mittwoch 5. August von der Fabrikstrasse los. Obwohl wir zum grössten Teil auf der Autobahn fuhren, hatten wir einige grossartige Aussichten auf die Obwaldner Seen und Landschaften, wie auch auf die Berner Alpen.

Dabei waren noch Luca, Nuria, Christopher, Steffi, Andi, Deborah und ich. Das Frühstück nahmen wir unterwegs ein; gute Sandwiches von Nuria und Luca präpariert.

Wir kamen frühzeitig beim Bhakti-Festival an, sodass wir noch Zeit hatten für ein kleines Plaudern, ein bisschen Auskundschaften oder gar Meditieren, denn an solch einem Ort, wo man transzendalisches Denken pflegt, wird man irgendwann dazu animiert sich Gedanken über sein eigenes Leben zu machen. Das Ganze erinnerte mich an meine Erfahrungen als Jugendlicher, als ich – aus diesen orientalischen Philosophien bei uns in den 70ern sehr im Trend waren – neue Gedankenwege ausforschte. Wie auch immer, solche Übungen etc. können in unserer gestressten Gesellschaft sehr gewinnbringend sein.

Ich nutzte also die Gunst der Stunde aus und besuchte den Veranstaltungsraum, ein bescheidenes Holzhaus, das man aus orientalischer Gepflogenheit nur barfuss betreten konnte. Ich hörte einem amerikanischen Musiker – offenbar mit orientalischen Wurzeln – zu. Dieser bescherte uns mit interessanten Schilderungen seiner Karriere, mit persönlichen Reflexionen über seine Gedankenentwicklung und spielte uns seine orientalische Musik vor, die – von Sitar und Trommel begleitet – von bester Qualität war.

Um 12:30 Uhr durften wir Benos Vortrag zuhören. Seine Schilderungen – u.a. wie er von seinen spirituellen Überzeugungen, den kirchlichen Erfahrungen im Kloster zu einem „breiteren“ Denken und Handeln, Sorge um seine Mitbrüder und -Schwestern, Einsätze in humanitären Projekten kam – waren, wie immer interessant und aufschlussreich, und sein Vortrag, publikumsnah und bisweilen humorvoll, wurde mit reichlich Applaus akkreditiert.

Anschliessend gab es Mittagessen, wo wir bei netter Bedienung jedoch lange anstehen mussten, um unseren Teller voll und unseren Becher Tee zu kriegen. Da wir freundlicherweise eingeladen wurden und da, in dieser nachdenklichen Atmosphäre niemand wirklich in Eile war, übten wir uns gnädig in Geduld.

Der Nachmittag wurde mit Plaudern am Picknicktisch, Wandern und Ausruhen verbracht. Am Abend, so gegen 18:00 Uhr, ging es zurück nachhause. Nach einer ruhigen Fahrt, bei der wir uns einige persönliche Erfahrungen über unser Leben, unsere Arbeit und unsere interessantesten Aufenthaltsorte in der Schweiz austauschten, kamen wir heil, müde aber zufrieden im Haus Zueflucht an.

Die Erfahrung war für alle TeilnehmerInnen etwas ungewöhnlich, doch brachte sie uns dazu, gewisse Situationen in unserem Leben mit mehr Reflektieren anzugehen.

Ich bin überzeugt davon, dass solch ein Erlebnis immer etwas sehr bereicherndes darstellt.

François

Juli-Break-Outs im Haus Zueflucht

 Im Juli durften wir gleich zwei Break-Outs geniessen….

Ausflug zum Katzensee

Nachdem Monika mit dem Bus aus Eschlikon angefahren kam, konnten wir (Thomas, Massimo, Thomas, Monika, Sandra, Luca und François) endlich in Richtung Katzensee losfahren. Das Wetter war sommerlich heiss, sodass wir dank der Ortskundigkeit von François schon bald ins kühle Nass springen durften.

Luca – unser heutiger Koch – bereitete Grilladen (Fleisch mit Gemüse) mit Chips vor. Alles reichlich vorhanden und abgerundet mit Bier und Limonaden.

Nach Schwimmen, Sonnenbaden und gemütlichem Plaudern war schon wieder Pause mit Kaffee und Glace angesagt. Dabei wurden auch philosophische Diskussionen über Religion, Idealgewicht und Gemeinschaftsleben geführt.

Monika verabschiedete sich bald schon in Richtung Tessin. Leider musste sie mit dem Zug fahren, da ihr Partner via San Bernadino mit dem Auto schon vorgefahren war. Keiner konnte ihr jedoch Tipps geben, wie sie am besten mit den ÖVs ab Katzensee dorthin kommt.

Dank den guten Stadtkenntnissen von François fand unser Fahrer Andreas den direkten Weg zurück ins Haus Zueflucht.

Ausflug Museum Allerheiligen – Bienenausstellung Schaffhausen

Nachdem Monika unsere Zugstickets via Handy gelöst hat, konnte unsere Reise in Richtung Schaffhausen losgehen. Da wir viel zu früh am HB waren, wurde uns ein leckerer Kaffee mit Gipfeli offeriert. Den Tipp bezüglich der Bienenausstellung hat uns C. (ETH-Studentin, die uns oft besucht) gegeben, sodass sie uns – Marcel, Deborah, François und Monika – heute natürlich auch begleitete. Nach einer prächtigen Aussicht auf den Rheinfall erreichten wir bald schon den Bahnhof Schaffhausen. C. und Monika navigierten uns dank dem iPhone gekonnt durch die Fussgängerzone vom Bahnhof zum Museum.

Dort fanden wir ein sehr schön eingerichtetes Museum, mit einer professionellen Ausstattung. Die Damen am Empfang waren von unserem eigenen Bienenprojekt so begeistert, dass wir Einlass zum Kindertarif bekamen.

Im OG –unserer ersten Stationen – durften wir den Klängen in einem Bienenhaus horchen. Dargestellt über akustische Lautsprecher und aufgeschlüsselt für das Menschenohr. Wir lernten auch, dass es rund 600 Bienenarten in der Schweiz gibt. Dabei unterscheiden sich Aussehen, Körperbau und Gewohnheiten. Dennoch trägt jede Biene in ihrem Schwarm mit ihrer Rolle – z.B. Königin, Männchen, Arbeiterinnen, Sammlerinnen usw. – zum Bestehen des Volkes bei.

Auch wurde uns aufgezeigt, dass die Bienen von unterschiedlichsten Krankheiten befallen sein können (Viren, Mangelzustände aufgrund der reduzierten Blütenwelt).

Im angrenzenden Klostergarten „genossen“ wir unser Picknick, auch wenn die mitgenommenen Cervelats noch ein bisschen gefroren waren. Allesamt waren uns einig, dass wir gerade eben einen sehr interessanten Museumsbesuch gemacht haben. Später im Zug diskutierten wir über Umwelt, Sinn und Unsinn von Autos usw.

Zurück in Zürich ging jeder seinen Weg: Lädele, Stadtbummel, Lernen für die Semesterprüfungen usw.