Verein Franziskanische Gassenarbeit

Eingang Haus Zueflucht. Tür der Barmherzigkeit 

Unser Verein wurde am 2. Oktober 2000 gegründet und arbeitet auf Grundlage des franziskanisch geprägten Menschenbildes gemäss folgendem Leitbild:

Hilfe zur Selbsthilfe ist die übergeordnete Aufgabe des Vereins franziskanische Gassenarbeit.

Der Verein ist gemeinnützig und dient vor allem Menschen in schwierigen Lebenssituationen, insbesondere den Menschen, die auf der Gasse anzutreffen sind.

Gemeinsam mit Betroffenen suchen wir nach neuen Lebensperspektiven. Dabei orientieren wir uns am franziskanisch geprägten Menschenbild, welches uns aufzeigt, jedem Menschen unabhängig von Rasse und Religion immer wieder neue Chancen zu ermöglichen.

                           So suchen wir mit  ihnen Hoffnung und Perspektiven durch:

  • Umstieg: von einem Leben auf den Gassen der Welt in ein Leben, wo wir (auch in uns) zu Hause sein können.
  • Ausstieg: aus einem Leben, das von Armut, Sucht, Gewalt und Verwahrlosung geprägt ist, hin zu einem Leben, das
                            von (innerer) Zufriedenheit und Freiheit geprägt ist.
  • Abstieg:   von unerfüllbaren Wünschen und nicht finanzierbaren Lebensweisen, hin zu einem realistisch
                            geführten Lebensstandart.
  • Aufstieg: durch Weiterbildung und ganzheitliche Lernprozesse, um aus der Phase von Mangel hin zur Fülle
                           der grösstmöglichen Selbstständigkeit hineinzuwachsen. 

                           (Ps. Das Ziel der Hilfe zur Selbsthilfe ist erreicht, wenn wir keine Arbeit mehr „hätten“ weil alle Frei und
                           Selbständig geworden sind.)

Der Gassenclip von 2006 zeigt einiges von unserer Arbeit, die im Wesen gleich ist, aber sich weiterentwickelt hat.

Das franziskanisch geprägte Menschenbild
Das franziskanisch geprägte Menschenbildlehrt uns, dass jeder Mensch ein Bruder oder eine Schwester ist, weil Gott, der uns alle ins Leben gerufen hat, Vater und Mutter ist. Auch Tiere, Pflanzen und Elemente sind ein Teil dieser ganzheitlichen Sicht. Somit hat der Umgang mit der Mitwelt (in-)direkt mit Gott zu tun: "So wie ich mit den Menschen und der Schöpfung umgehe, so gehe ich mit Gott und letztlich auch mit mir selber um.“ Das franziskanische Verständnis sieht den Menschen nicht als Besitzer von materiellen Gütern, sondern als verantwortungsvoller Verwalter für das, was ihm in den verschiedenen Lebensabschnitten anvertraut wird. Franziskus würde wohl sagen: Wir können nur dann unbeschwert glücklichen sein und in Frieden leben, wenn wir die Not, die uns unmittelbar begegnet, zu lindern versuchen.  In Begegnungen, mögen sie noch so herausfordernd sein, werden Glaube, Hoffnung und Liebe in dem Masse erfahrbar, wie wir mit Gott und uns selbst eins sind. Somit trägt ein Mensch, der sich bewusst für diesen Weg entscheidet, die Vergebungsbereitschaft und Liebe auf Vorschuss in sich, für alles was ihm das Leben zumutet.
Diese franziskanisch geprägten Werte sind eine Orientierung auf dem Weg, zum gereiften Menschsein, wobei die „vollkommene Freude“ Leid und Glück beinhalten. Oder anders formuliert, wenn es einem zuerst um die „Selbstlose Liebe“ (Reich Gottes) geht, dann wird einem alles andere dazu gegeben.